Video: Wie Goldman-Sachs in der Finanzkrise von beiden Seiten profitiert hat


Es liegt zwar im normalen Aufgabenbereich von Banken, Aufträge von allen Kundenseiten anzunehmen und mit dem Geld der Sparer möglichst Gewinn bringende Anlagen zu tätigen, dabei gegen sich selbst und auch gegen die eigenen Empfehlungen auf fallende Kurse zu setzen kommt aber einem Interessenskonflikt schon sehr nah. Und, wie der ORF in einem neuen Film zeigt, das waren noch lange nicht alle Interessenskonflikte, in die sich Banken wie Goldman Sachs verstrickt haben.
Gut, gewisse Gegenpositionen aufzubauen, um im Zweifel nicht einen Totalverlust zu erleiden, hat natürlich durchaus Sinn. Das Problem bei den amerikanischen Großbänkern war aber wohl die Größenordnung…genau wie die Größenordnung ein Problem ist, mit dem Europa- oder gar Welt-weit Ex-Banker politische Spitzenpositionen besetzen. Das „Hedging“ nicht vernünftig zu erläutern war dennoch ein wenig ungerecht vom ORF, denn diese „Sicherheitsmaßnahme“ hätte die unnötige Schürerei von Anti-Haltungen gegen „den kleinen Banker von nebenan“ zumindest ein wenig geringer gehalten.

Denn das Problem an dem Filmchen – obwohl er recht gut ist – ist eben genau das: den Bankern wird sozusagen „grundsätzlich“ die Schuld in die Schuhe geschoben, doch dabei agieren diese immer nur innerhalb der gesetzlichen Rahmenbestimmungen. Dass sie grundsätzlich dem kaufmännischen Prinzip der Gewinnmaximierung folgen, ist nur nachvollziehbar; das lernt man schließlich schon ganz am Anfang einer entsprechenden Ausbildung. Im Fall von Banken werde so aber vom Verursacher des Problems auch die rettende Lösung erwartet, womit man den Bock zum Gärtner mache, so in etwa der Tenor des Films…und das kann natürlich nicht funktionieren.

Gesetzliche Rahmen neu zu stecken dauert jedoch lange, auch wenn manche Dinge dann ja doch auch ganz flott umsetzbar sind, wie man beispielsweise am Verbot der Leerverkäufe oder an der Abschaltung einiger AKWs in Deutschland sieht (und an der Geschwindigkeit, mit der Staatschefs durch Ex-Banker ersetzt werden…)…warum also nicht zum 01.01.2013 die Tobin-Tax einführen? Den „Rettungsschirm“ hätte man davon eventuell auch nicht finanzieren können, aber besser eine kleine Rücklage, als gar keine, oder?

Orte des Geschehens

Im Interesse der allgemeinen Staatsfinanzen sollte man sich dem Problem auf jeden Fall besser bald mal annehmen, denn die Interessenkonflikte werden ja nicht weniger und die entstehenden Schäden nicht billiger. Dass im Prinzip ein Spieler beiderseits Interessen so unterstützen kann, wie es Goldman konnte (bei den griechischen Bilanztricksereien sollen sie auch geholfen haben), bedeutet außerdem große politische Macht. Dies mutet nicht nur an, wie ein Wirtschaftskrimi aus Rothschilds Zeiten, also von Siebzehnhundert-Irgendwas…die mit der schieren Größe einiger Geldhäuser einher gehende Machtkonzentration sollte in demokratischen Zeiten eigentlich auch nicht mehr möglich sein, finde ich.
Und ausserdem wollten wir ja noch die armen Goldmänner aus ihren Zwickmühlen rausholen, gelle? ;)

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