Das Istanbul Paradox | Plant die EU die Abschaffung der Geschlechter


Wer beim letzten Video zum Thema „Feminismus 2020“ gut zugehört hat, mag mitbekommen haben, wie ich mich über die in der Istanbul Konvention hinterlegte Definition von Geschlecht amüsiert habe, weil diese explizit auf Bezüge zu biologischen Begründungen verzichtet.

Stattdessen werden dort Rollenerwartungen, Verhaltensweisen und Tätigkeiten als Eckpfeiler der Definition genannt. Diese wiederum hätten ihren Ursprung in gesellschaftlichen Erwartungen und nicht etwa im Selbstverständnis verschiedener Queergruppen oÄ womit der Einzelne von einer Mitsprache ausgeschlossen wäre. Hier aber erstmal der Wortlaut: demnach

  1. c) bezeichnet der Begriff „Geschlecht“ die
    gesellschaftlich geprägten Rollen, Ver-
    haltensweisen, Tätigkeiten und Merkmale,
    die eine bestimmte Gesellschaft als für
    Frauen und Männer angemessen an-
    sieht;

Gender – Natur oder Konstrukt?

Gehen wir also für den Moment mal davon aus, dass sich die Eigenschaften von Männern und Frauen auf solche Persönlichkeitsmerkmale beschränken, die von außen zugeschrieben werden. Das wäre natürlich ein recht tristes Dasein, weil ja praktisch kein Spielraum für persönliche Wünsche und Entwicklungen mehr bliebe, wenn sich die eigene Identität nur auf von aussen zugeschriebene Rollen beschränken müsste. Sicher nur ein kleiner Formulierungsfehler.

Schaufeln wir dennoch dazu die Vorstellung aus Artikel 12 oben drauf, in dem diesen Rollen wiederum der Kampf angesagt wird, wird es vollends absurd:

Art 12 a) Kapitel III
Prävention
Artikel 12
Allgemeine Verpflichtungen
(1) Die Vertragsparteien treffen die erfor-
derlichen Maßnahmen, um Veränderungen
von sozialen und kulturellen Verhaltensmustern von Frauen und Männern mit dem Ziel zu bewirken, Vorurteile, Bräuche, Traditio-
nen und alle sonstigen Vorgehensweisen,
die auf der Vorstellung der Unterlegenheit
der Frau oder auf Rollenzuweisungen für
Frauen und Männer beruhen, zu beseitigen.

Prinzipiell ist es ja richtig, stereotypen Rollenzuschreibungen den Kampf anzusagen, nur bliebe dann ja – die Unterlegenheit der Frau mal rausgenommen – gar kein Ansatz mehr zur Unterscheidung der Geschlechter übrig…jedenfalls wenn es nach dem Istanbul Vertrag – und ja irgendwie auch den Gender studies und ihren ganzen Gelehrten – geht. Und Unterlegenheit alleine macht einen ja noch nicht zur frau,

Und dennoch: Seit Judith Butler – neuerdings im Clinch mit Alice Schwarzer, sich das Gedankenexperiment erlaubte, Geschlechter als lediglich sozial konstruiert zu betrachten, betet die Gemeinde dies als Grundsatz vor sich her, als hätte es Penisse nie gegeben. eek

Zur Not geht man mit den Erklärungen gar bis zum Foucaultschen Ansatz. Dieser französische Denker betrachtete Geschlechter überhaupt erst als denkbar, seit Menschen dafür Worte erfunden hätten. Ohne diese sprachlichen Unterscheidungsmerkmale gäbe es auch keine Unterschiede, so ist da in etwa die Vorstellung. Und die ist natürlich mehr als theoretisch.

Von den Frauen hineinfabuliert: die biologische Grundannahme

Eine darüber hinaus gehende Erklärung a la “selbstverstandlich werden Geschlechter weiterhin über ihre primären Geschlechtsteile oder Messungen des Testosteron-Levels bestimmt, auch wenn dies nicht gesondert erwähnt wird”, sucht man in der Konvention vergeblich, so dass man – vt gesprochen – von einer geplanten Abschaffung des Geschlechts als Teil der Identität eines Menschen ausgehen müsste.

Da “verschiedene Lebensentwürfe” möglich sein sollen, will man da wohl niemand ein- oder ausgrenzen, schlägt dabei aber mit der Überbewertung externer Faktoren, der Ignoranz gegenüber den biologischen Gegebenheiten und auch der Wortwahl total über die Strenge. Gegenüber diesen biol zusammhäng ist die IK dabei genauso ignorant wie gegenüber den Männern, die in Studien nicht mitgezählt werden und in der Konvention nicht als Betroffene auftauchen, aber das hab ich ja im letzten Video schon gezeigt.

Die deutsche Bundesregierung glaubt indes offenbar, sich mit einem Trick aus der Affäre ziehen zu können, wozu wir heute die zugehörige Denkschrift kennenlernen werden. In dieser steht im Prinzip zu jedem Punkt der Konvention eine Erklärung, wie man die Anforderungen zu erfüllen gedenkt und welchen Stand man da jeweils schon erreicht hat.

Unter dem Punkt “zu Artikel 3” und dort unter “zu Satz c” finden wir nämlich dann den Hinweis, den wir in der Konvention so vermissten: namentlich die biologische Grundprämisse, dass man Geschlecht anhand körperlicher Merkmale und Hormonen wie Testosteron nachweist.

Wünsch Dir was….zB eine Verschwörungstheorie

Da sich diese Einschränkung in der Konvention nicht wiederfindet, handelt es sich dabei um reines Wunschdenken der deutschen Delegation. Denn das “biologische Merkmale zur Bestimmung des Geschlechts” herangezogen werden, ist ungefähr so selbstverständlich wie die Ehe selbstverständlich eine Institution aus Mann und Frau ist. Will sagen: gar nichts ist da selbstverständlich.

Spätestens, wenn irgendwann irgendjemand dagegen klagt, ein Mann oder eine Frau sein zu müssen, nur wegen dem dong da zwischen den Beinen, und gewinnt, also sich als Frau bzw Mann registrieren lassen kann obwohl die körperl Merkmale das nicht hergeben, wird sich zeigen, wie selbstverständlich die Definition der Deutschen da wirklich war.

Zum Schluss lese ich (im Video oben) euch zur Erhellung noch eine kleine Liste der Dinge vor, die die Deutschen in ihrem Land und den Gesetzen anpassen mussten, um die Bedingungen der Konvention zu erfüllen. Da sind auch ein paar Sachen bei, die uns gegenüber – wenn ich mich recht erinnere – ganz anders begründet wurden. neinheisstnein stand bspw schon länger beo denebn auf dem zettel als du es überhaupt kennst…

Soweit zum Thema Istanbul Konvention, von der wir sicher noch viel und lange etwas hören werden. Kommentare könnt ihr wie immer unter dem Video hinterlassen. Wegen der meiner Meinung nach hohen Wichtigkeit dieser Zusammenhänge wäre es mir aber wichtiger, jeder trommelt ein bisschen für das Thema und teilt vielleicht auch mal dieses oder das Video von letzter Woche mit freunden und der peer group. Denn nur mit Aufmerksamkeit lässt sich die Entwicklung noch aufhalten und die muss man sich idR mit ein wenig Öffentlichkeitsarbeit erarbeiten. Also teilen teilen teilen!

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