Ukraine und Putin vs IWF
Buchgeld - Geld- & Wirtschaftspolitik
Geschrieben von: McMad   
Donnerstag, den 03. Dezember 2009 um 21:44 Uhr

Foto: derstandard.atVon minus 4 auf plus 3 Milliarden Dollar in 14 Tagen

Nachdem vor etwa 2 Wochen der Streit der Ukraine mit dem IWF insofern eskaliert ist, als dass der Weltwährungsfonds seine zugesagten Hilfen bis zur ukrainischen Präsidentschaftswahl im Januar verschoben hat, ist der liebe Onkel Vladimir Putin aus dem grossem Russland eingesprungen und hat mal eben seine Reichweite demonstriert. Von der vom IWF ursprünglich zugesagten Hilfe von mehr als 16 Milliarden Dollar, die wie üblich an gewisse Spar-Vorgaben gebunden sind, stand noch eine Restzahlung von 3,8 Milliarden Dollar aus, die aber aufgrund des Bruchs der Vorgaben eben nicht zur Auszahlung gelangen sollte. Der russische "zwar-nicht-mehr-Präsident-aber-trotzdem-scheinbar-alle-Macht-habende" Vladimir Putin hat zwar erst gedroht, dass die Ukraine im Winter wieder kein Gas habe, sich dann aber ins Zeug gelegt, das Problem für seine hübsche ukrainische Kollegin zu lösen.

 

Der angesprochene Gaskonzern Gazprom hat offensichtlich sogenannte buy-or-pay-Kontrakte mit seinen Abnehmern abgeschlossen, die Strafzahlungen bei einer Minderabnahme vorsehen. Für die Ukraine war eine Menge von 40 Mio Tonnen vorgesehen, von denen aber nur etwa 33 abgenommen wurden. Die daraufhin fälligen immerhin 7!!! Milliarden Dollar hätte die Ukraine also auch kaum mit Hilfe des IWF auftreiben können, wreswegen es für uns Wessis erstmal gut ist, dass Putin seine Muskeln hat spielen lassen. Die von ihm durchgedrückte Zurücknahme der Strafzahlungsforderungen, welche im Übrigen auch ein Verhandlungsargument für viele andere Gazprom-Kunden sein dürfte, werden den europäischen Winter voraussichtlich zwar recht warm machen, aber zu welchem Preis?

Die Durchleitungskosten, die die Ukraine wiederum für das russische Gas zur in Rechnung stellt, sollen um etwa 60 Prozent steigen, was natürlich am Endverbraucher hängen bleiben wird. Ich befürchte im nächsten Winter ein ähnliches Spektakel, denn aus den wirtschaftlichen Problemen ist die Ukraine natürlich trotzdem noch nicht raus. Für den Moment bin ich erstmal froh, dass meine Heizung mit Öl funktioniert.

via derstandard.at

 

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