Foto: WikimediaZusatzbeiträge ab 2010 nur Strohfeuer?

Das schon für Aktionäre und  sonstige Anteilseigner unangenehme Nachschiessen bei negativem Geschäftsergebnis wird nun also auch für den normalen Krankenkassenkunden zur Pflicht. Schon im Frühjahr 2009 wurde ein Gesamt-Fehlbetrag der gesetzlichen KVs von etwa 7,5 Milliarden Euro errechnet, von denen 3,9 aus dem Steuersäckel kommen sollten. Die restlichen 3,6 Milliarden werden sich nach neuesten Schätzungen also noch einmal um etwa 400 Millionen Euro erhöhen, die aber wohl nicht mehr aus dem von "schwarz-rot" eingerichteten Gesundheitsfonds gedeckt werden können. Dies soll nun -zumindest bei den Kassen mit einem negativen Geschäftsergebnis- mit einem Zusatzbeitrag ausgeglichen werden, der widerum 8 Euro monatlich nicht überschreiten sollte. Höhere Zusatzbeiträge sind zwar nicht gänzlich ausgeschlossen, müssen aber einige bürokratische Hürden überwinden. Eine Kasse mit negativem Ergebnis wird voraussichtlich die Barmer EK sein, da ihre Kunden einfach zu gesund sind. Transferleistungsempfänger wie bspw die AOK stehen dagegen noch etwas besser da...fragt sich allerdings: "wie lange noch?".


Sicher sind auch gestiegene Ausgaben für Medikamente und Krankenhausleistungen mit dafür verantwortlich, dass es zu diesem Defizit gekommen ist, wie der GKV Spitzenverband dazu verlauten lässt, Ich denke aber, es wurde in der Vergangenheit schon zu viel Geld verschwendet. Auf die ketzerische Frage, ob es tatsächlich nötig sei, jedes Jahr eine neue Zahnspange für seine beiden Kinder zu bezahlen, wurde mein Vater vor rund 30 Jahren von der Techniker Krankenkasse mit Spott belegt und ihm mitgeteilt, er müsse sich keine Sorgen machen; man zahle das schon. Nur mal so als Beispiel!

So war es damals; heute gelten halt andere Spielregeln, und die besagen unter anderem, dass höhere Medikamentenpreise bessere Einnahmen für die Pharmafirmen bedeuten und dann steigt ja deren Aktienkurs wieder...und dann steigt ja der DAX wieder...und dann gehts doch allen wieder gut, oder? Die Logik, dass die Krankenkassen dabei sparen sollen, ist doch nahezu paradox. Noch dazu leiden die Kassen ganz besonders an den gesunkenen Durchschnittslöhnen. So redlich sie es auch versuchen -sei es mit Streichungen im Leistungskatalog, Zusatzbeiträgen und/oder Versicherungsfusionen- sie werden wohl auf Dauer diesem Ausgabenwachstum nicht die nötigen Einnahmen entgegen stellen können.

Welche Kassen in 2010 Zusatzbeiträge erheben werden -oder gar Rückerstattungen ausschütten- kann man zB bei Krankenkasseninfo.de herausfinden. Wie aktuell die Daten dort sind weiss ich nicht, insofern empfiehlt es sich, die Seite von Zeit zu Zeit zu checken.

 

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